Das „Goa“ im Gastro-Test

Zeitungsartikel das Goa im Gastro Test

Ein Tandoori-Traum in Blankenese.

Curryfarbene Wände, Elefantenköpfe an der Wand und ein junger Restaurantchef mit Turban: willkommen bei dem neuesten Mitglied der Blankeneser Gastro-Szene. Am 1. April hat das Tandoor-Restaurant „Goa“ an der Dockenhudener Straße eröffnet – mit einem verblüffenden Plan für die Zukunft.

Noch vor wenigen Wochen war hier eine spanische Tapas-Bar. Als Gubir Singh Muhar (24) von der geplanten Schließung erfuhr, griff er zu. Seit 1992 betreiben seine Eltern einen indischen Lieferservice mit kleinem Bistro am Winterhuder Weg: „Viele Gäste haben sich immer wieder gewünscht, dass wir ein richtiges Restaurant eröffnen“, sagt der junge Chef mit der Kopfbedeckung der Sikhs, „und jetzt sind wir hier.“

Gubir Singh Muhar ist in Hamburg geboren und macht gerade seinen Master als Flugzeugbauingenieur bei Lufthansa Technik, aber die lebenslange Leidenschaft für die Gastronomie ist trotz des Studiums ungebrochen. Dass wir Vegetarier sind, freut ihn: „Bin ich auch!“

Dann beginnen wir doch gleich mal mit der Linsensuppe Daal (4,90 Euro) und den frittierten Gemüsestücken („Pakoras“, 4,50). Beides tadellos.Aus der großen vegetarischen (und auch veganen) Auswahl entscheiden wir uns für indischen Frischkäse, mit Kräutern gegrillt im traditionellen nordindischen Tandoor-Lehmofen („Paneer Tikka“, 11,50) und – Empfehlung des Hausherrn – Frischkäse in einer Cashewsauce („Shahi Paneer“, 12,50 Euro). Scharf, was, wie Gubir Singh Muhar versichert, uns aber nicht zum Feuerspucken bringen wird.

Tatsächlich sind Käse (eingelegt in einer würzigen Paste) und Gemüse aus dem Lehmofen ein Tandoori-Traum mit köstlichem Röstaroma. Und die cremige Cashewsauce regt die Geschmacksknospen an, ohne sie zum Glühen zu bringen. Ja, so muss scharf sein für europäische Zungen.

Mitten in der Woche sind fast alle Plätze besetzt, die Blankeneser haben das „Goa“ mit offemen Armen empfangen. Demnächst soll es sogar eine weitere, eher un-indische Attraktion geben: „Wir wollen die Kegelbahn im Keller wieder eröffnen“, sagt Gubir Singh Muhar. Die wurde vor Jahrzehnten einmal von dem damaligen chinesischen Restaurantbetreiber eingerichtet und hält seit vielen Jahren Dornröschenschlaf.

Uns bleibt noch das Dessert: indisches Kardamom-Eis Kulfi (3,50). Das kommt leider bretthart gefroren und mit einer extrem süßen Erdbeersauce. Aber auch wenn der letzte Gang nicht mit den beiden vorherigen mithalten kann – das „Goa“ bereichert die Restaurantlandschaft im Hamburger Westen.

Unser Urteil
Zubereitung 4/5 Punkten
Service 4/5 Punkten
Weinkarte 3/5 Punkten
Atmosphäre 4/5 Punkten
Preis/Leistung 5/5 Punkten
Gesamtbewertung 4/5 Punkten

Pressemitteilung vom 22.05.2016 aus der Hamburger MOPO

 

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